Wenn Innovation, Expertise und Handwerk zusammenkommen: unbekannter Durchlass kartiert mit Unterwasserdrohne

21-05-2026

Für die Gemeinde Roermond führten wir eine alles andere als gewöhnliche Inspektion durch. Es handelte sich um eine Leitung, die bislang nicht vollständig erfasst war und teilweise entlang sowie sogar unter den Gleisen verlief. Gerade diese Lage machte die Aufgabe besonders komplex: Teile der Trasse waren aufgrund der strengen Sicherheitsvorschriften im Bahnbereich schlicht nicht zugänglich. Doch mit einer Unterwasserdrohne war es möglich.

Dennoch war ein Einblick in den Zustand der Kanalisation unerlässlich. Die Gemeinde musste wissen, in welchem Zustand sich die Leitung befand und ob in Zukunft mit Risiken zu rechnen war. Ein abgesackter Kanal unter einer Straße oder Eisenbahnstrecke kann schließlich erhebliche Sicherheitsprobleme verursachen.

„Wir standen vor einem sehr spezifischen Problem“, berichtet Niek Joris, Mitarbeiter für Kanalisation und Wasser bei der Gemeinde Roermond. „Zunächst haben wir versucht, das Rohr mit einer fliegenden Drohne zu inspizieren, aber das erwies sich letztlich nicht als Lösung. Also haben wir nach Alternativen gesucht und sind auf H2O Drones gestoßen, ein Unternehmen, mit dem wir zuvor noch nicht zusammengearbeitet hatten.“

Warum Standardinspektionen hier nicht funktionierten
„Das Erste, was mir auffiel, war, wie sicher H2O Drones arbeitet und wie aktiv mitgedacht wird“, sagt Joris. „Für uns war dieser Fall neu, aber die Expertise hat sofort Vertrauen geschaffen.“

Eine Standardinspektion war dies ganz sicher nicht. Die Leitung war größtenteils trocken und hatte einen relativ kleinen Durchmesser, sodass eine Inspektion durch eine Person keine sichere Option darstellte. Auch ein fahrbarer Kanalroboter bot keine Lösung, da das Risiko zu groß war, dass er in einen Schacht fällt und verloren geht. Es musste also ein anderer Ansatz gefunden werden.

Unter Wasser lag die Lösung
Um die Inspektion dennoch zu ermöglichen, wurde die Leitung an beiden Enden mit Absperrblasen verschlossen und anschließend teilweise mit Wasser gefüllt. So entstand eine kontrollierte Umgebung, in der eine Unterwasserdrohne arbeiten konnte, ohne dass der Bahnbereich betreten werden musste. Um die Absperrungen zu platzieren, musste jedoch eine Person in den Schacht steigen. Unser Kollege Thom Huitema, Berufstaucher und ROV Operator, übernahm diese Aufgabe gemeinsam mit Erik Pluim und Roy Strijker.

Bereit, den Schacht zu betreten

 

Bei den Arbeiten war auch Dion de Vries anwesend, Technical Specialist für Gasdetektion und Atemschutz bei Boels. Er unterstützte als Sicherheitsberater. „In 35 Jahren habe ich so etwas noch nie erlebt: eine Inspektion mit einer Unterwasserdrohne in einem Kanal.“

Sicherheit und Fachkompetenz
Die vorbereitenden Arbeiten fanden unter Atemschutz statt, da in einem geschlossenen Raum gearbeitet wurde. Dabei kamen unter anderem ein Atemluftsystem, ein Rettungsdavit sowie etwa 110000 Liter Wasser zum Einsatz.

Arbeiten im Schacht

 

De Vries zeigte sich beeindruckt: „In einem Wort: fantastisch. Man sieht, dass alles hervorragend beherrscht wird und dass Sicherheit immer an erster Stelle steht. Jedes Detail wird berücksichtigt. Das ist eine echte Erleichterung im Vergleich zu anderen Inspektionen.“

Die Inspektion selbst
Nach der Vorbereitung begann die Inspektion mit einer Unterwasserdrohne vom Typ REVOLUTION ROV von Deep Trekker. Diese verfügt über eine Kamera für den Bereich über Wasser sowie über Sonar für den Bereich unter Wasser. ROV Operator Erik Pluim dokumentierte die gesamte Trasse Schritt für Schritt, selbst an Stellen ohne physische Zugänglichkeit.

Der REVOLUTION ROV

 

„Viele Unternehmen bleiben in festen Mustern“, erklärt De Vries. „Was ich hier gesehen habe, habe ich in diesem Umfang noch nie erlebt.“

Datengestützte Inspektion
Die Inspektion lieferte sowohl Kamerabilder als auch Sonardaten. Daraus wurde deutlich, dass es sich um einen gemauerten Durchlass handelt. Abnutzungen an den Fugen waren klar sichtbar. Mit diesen Erkenntnissen kann die Gemeinde fundierte Entscheidungen treffen, etwa zum Einsatz von präventivem Relining.

„Alle gesuchten Schächte und bislang unbekannten Abschnitte wurden gefunden und dokumentiert“, so Joris. Die Sonardaten waren jedoch schwerer zu interpretieren.

Daher sorgen wir für eine optimierte Verarbeitung der Sonardaten, sodass ein vollständiges und klares Gesamtbild entsteht. Dies bezeichnen wir als Sonaroptimierung.

Ein Teil des Abwasserkanals, der mittels Sonaroptimierung generiert wurde

 

Blick in die Zukunft
Für De Vries ist diese Inspektion ein Beispiel dafür, wie Sicherheit und Innovation zusammengehen. „Gerade weil relativ junge Fachkräfte beteiligt waren. Sicherheit ist hier klar verankert.“

Auch für die Gemeinde Roermond hat diese Methode neue Möglichkeiten eröffnet. „Das war ein echter Augenöffner. Unterwasserdrohnen werden wir künftig häufiger einsetzen.“

„Es war ein starkes Zusammenspiel von Mensch und Technik“, so De Vries. „Und Sicherheit steht klar im Mittelpunkt.“
Joris ergänzt: „Die Fachkenntnis und Erfahrung des Teams haben großes Vertrauen geschaffen. Alles wirkte kontrolliert, professionell und vor allem sicher.“

 

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